Kaum ist der letzte Milchzahn ins Zahnfee-Nirwana abgewandert und wir uns gerade eben entspannt zurücklehnen, weil der kleine Flauschball nicht mehr wie ein Staubsauger auf Speed jedes Gänseblümchen samt Wurzel inhaliert, klopft sie nicht leise an – nein, sie schleicht sich an wie ein Ninja mit schlechter Laune: die Pubertät.
Und glaubt uns – die ist nicht der höfliche Gast, der vorher einen Termin vereinbart und brav die Schuhe auszieht. Nein, sie stürmt rein wie ein ungebetener Schwippschwager auf der Silberhochzeit: mit vollem Glas, ohne Filter, gern mitten in der Nacht, und sie bringt auch noch ihre Kumpels mit – Nervigkeit, Trotz und Chaos.
Während ihr noch denkt: „Ach, der Hund wird langsam erwachsen, das wird jetzt alles ruhiger“ – steht die Pubertät schon im Wohnzimmer, hat die Füße auf dem Tisch, mampft Chips, furzt euch ins Sofa und ruft: „Party, Leute!“
Und ab da gilt: Nichts ist mehr sicher. Heute ist der Gartenschlauch der größte Feind, morgen die eigene Rute. Gestern noch brav wie der Klassenbeste im Sitzkreis, heute rebellisch wie der Punk vorm Schulhof – und alles ohne Vorwarnung.
Von Dr. Jekyll zu Mr. Hyde – und wieder zurück (manchmal innerhalb von Sekunden)
Euer Hund ist plötzlich kein Hund mehr, sondern ein wandeldes Stimmungskarussell ohne Not-Aus-Knopf.
- Eben noch der unerschrockene Superheld: Brust raus, Rute hoch, Blick nach vorne – „Ich beschütze euch! Ich bin unbesiegbar! Da vorne? Ein Drache, ein Einbrecher oder zumindest eine höchst verdächtige Mülltonne! Keine Sorge, ich hab das im Griff.“
- 60 Sekunden später: Knie schlottern, Blick panisch – weil … ein Blatt gefallen ist. Jawohl, ein Blatt. Natur, Herbst, ihr wisst schon.
Willkommen im Kopf eures Pubertiers, wo Superheld und Mimose Tür an Tür wohnen und sich gegenseitig das Licht ausknipsen.
Und ja, manchmal – oft eigentlich – kennt euer Hund nicht einmal mehr seinen eigenen Namen. „Komm her!“ brüllt ihr mit Engelsgeduld (oder dem letzten Rest davon), und was macht euer Vierbeiner?
Er schaut euch an, kippt den Kopf schief und sendet diesen Blick:
„Sorry, noch nie gesehen, die Person. Kenn ich die? Klingt nett, aber ich habe jetzt echt Wichtigeres zu tun – zum Beispiel diesen einen, unendlich spannenden Grashalm anstarren, der mir gerade mein ganzes Universum erklärt.“
Es ist ein bisschen, als würde euer Hund ein Bewerbungsgespräch für eine Rolle im Theaterstück „Das komplette Gefühlschaos“ führen – und er kriegt jede einzelne Rolle:
- heute Actionheld,
- morgen Dramaqueen,
- übermorgen Komiker,
- und am Nachmittag noch schnell ein Gastauftritt als „erschrockenes Reh auf Glatteis“.
Und wehe, ihr haltet ihn für berechenbar. Kaum habt ihr euch darauf eingestellt, dass er gerade Mr. Hyde ist, da springt Dr. Jekyll wieder hervor – mit glänzenden Augen, Kuschelmodus „an“ und der unschuldigen Ausstrahlung eines Plüschtiers aus dem Kinderzimmer.
Das Ganze passiert so schnell, dass ihr euch manchmal fragt: „Hat mir jemand heimlich den Hund gegen eine schlecht programmierte Version im Beta-Test ausgetauscht?“
Das Gehirn als Großbaustelle
Stellt euch den Kopf eures Hundes wie eine Mega-Baustelle vor. So eine, wie wir sie in Deutschland alle kennen: riesig, laut, unfertig – und mit einer Fertigstellung „voraussichtlich irgendwann, vielleicht, mal schauen“.
Der Unterschied: Auf der Baustelle im Hundekopf gibt es nicht mal einen Bauplan. Da werkeln Praktikanten mit Helm in Größe „zu groß“, der Bauleiter ist ständig in der Mittagspause, und das Controlling hat längst resigniert.
- Alte Kupferleitungen werden im Affenzahn rausgerissen, weil – hey, Glasfaser ist ja jetzt angesagt!
- Mitten durchs limbische System rumpelt ein Bagger, der natürlich rückwärts fährt und dabei so nervig piept, dass ihr ihn im Schlaf hört.
- Ein paar Synapsen liegen schon auf Paletten am Rand, andere kullern sinnlos über die Baustelle, und der Lehrling stolpert permanent drüber.
Ergebnis: totales Chaos.
Stellt euch diese neuronalen Verbindungen wie Sandwege vor – alles schön miteinander verbunden, mal gerade, mal in Schleifen, mal als wilde Abkürzung. Dann kommt der Sturm – Pubertät genannt – und pfeffert alles durcheinander. Kreuzungen verwischt, Wege verweht, Abzweigungen verschwinden. Aus dieser Sandkasten-Apokalypse muss euer Hund nun sein Straßennetz wieder neu aufbauen.
Aber halt! Nicht etwa gemütlich mit Planierraupe und Baubehörde. Nein, eher so, als würde ein Trupp Erstsemester-Architekten mit Lego, Schaufel und Kinder-Sandkasten versuchen, die A9 nachzubauen.
Spoiler: Sie scheitern. Regelmäßig.
Da wird plötzlich der Weg von „Sitz“ zu „Komm her“ mitten in einer Sackgasse verlegt. Die Abzweigung „Leckerli nehmen“ führt ins Nirgendwo, und die Ausfahrt „Nein, das lassen wir mal“ endet abrupt am Feldrand, weil das Gehirn beschlossen hat: „Ach, heute baue ich lieber einen Kreisverkehr.“
Und ihr steht daneben, seht zu, wie euer Hund verzweifelt im Kopf die Umleitungsschilder ignoriert und denkt euch:
„Aha. Also gestern konnte er das noch. Heute anscheinend nicht mehr. Morgen vielleicht wieder. Oder auch nie.“
Kurz gesagt: Das Gehirn eures Hundes während der Pubertät ist wie eine Dauerbaustelle auf der A3 – Umleitungen, Staus, unklare Beschilderung, und am Ende wundert ihr euch, wie ihr überhaupt ans Ziel gekommen seid.
„Er testet seine Grenzen aus“ – wirklich? (Spoiler: nein, das ist kein heimlicher Machtplan)
Wenn ihr denkt, euer Hund hätte plötzlich heimlich Machiavelli gelesen und probiert jetzt, ob er euch mit einem perfekt getimeten Blick und einer dramatischen Gähnnummer manipulieren kann — haltet kurz die Luft an, atmet aus und lest weiter. Was ihr seht, ist kein diabolischer Masterplan, sondern ein biologisches Feuerwerk mit katastrophaler Organisation.
Statt „Er testet seine Grenzen“ läuft im Kopf eures Vierbeiners gerade eine Kombination aus Upgrade, Umzug und Festivalbau — alles gleichzeitig. Die Großhirnrinde schickt Signale, die ungefähr so klingen:
„Okay, heute probieren wir mal rückwärts durchs Leben zu laufen. Oder vorwärts. Ach, machen wir beides. Und beim Klogang improvisieren wir kurz eine Kehrtwende.“
Das Ergebnis ist, dass euer Hund sich verhält wie jemand, der auf einer Party ist, auf der ständig die Musik wechselt — von Schlager zu Techno zu Oper — ohne dass er die Playliste gesehen hätte. Cortisol, Dopamin, Serotonin: klingt wie die Playlist eines Technoclubs, und jedes Hormon legt seinen eigenen Beat auf. Das wirkt sich so aus:
- Herzrasen: Plötzlich ist die Welt spannend wie eine Netflix-Serie. Jeder Gartentopf könnte eine Verschwörung sein.
- Plötzliche Pipi-Pausen: Blase sagt „Hallo?“, Körper hört „Party!“, Hund entscheidet: „Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt für eine Zwangspause.“
- Impulsdurchbrüche: Der Klassiker — Sekunden zuvor gemütlich, in der nächsten Sekunde ein Tornado: Beller, Jäger, Akrobat in einem.
- Namensvergessenheit: Der Hund merkt nicht mehr, dass „Komm“ früher eine super Idee war. Warum auch — da ist gerade ein Grashalm mit Persönlichkeit.
Was wirklich passiert (in einfachen, leicht panischen Bildern)
- Die Belohnungs-Schaltkreise in seinem Gehirn sind so sensibel wie ein Teenager bei der ersten Playlist. Dopamin verändert seine Wirkung — Dinge, die früher langweilig waren (z. B. Rückruf), können plötzlich weniger interessant sein als ein vorbeifliegendes Staubkorn.
- Stressachsen sind hochgefahren: Cortisol macht Alarmbereitschaft, erhöht Herzfrequenz, reduziert Appetit und manchmal auch die Toleranz für elterliche Anweisungen.
- Impulskontrolle? Fehlanzeige. Die Bremse ist unter Wartung, die Hupe klemmt, und das Lenkrad dreht sich nicht mehr ganz so präzise.
Alltagsszenen aus der Pubertäts-Soap (mit Lach- und Weinkommentar)
- Ihr pfeift — und euer Hund stellt sich vor, ihr hättet ihm gerade eine Pilgerreise zum spannendsten Grashalm aller Zeiten angeboten. Antwort: Null.
- Der Postbote erscheint: Jetzt wird diskutiert, verhandelt, demonstriert — der Hund probt sein stand-up-Programm und vergisst dabei jede Manier.
- Das Lieblingsspielzeug? Weg. Auf einmal hat es telepathische Kräfte und ist wichtiger als der eigene Mensch.
- Besuch kommt, alles ist freundlich — bis die Tür ins Schloss fällt. Dann geht’s los: „Wir verteidigen jetzt die Flurgarderobe, das habe ich so beschlossen.“
Warum das nicht nur nervig, sondern auch sinnvoll ist
So frustrierend es wirkt — euer Pubertier ist gerade im Gehirn-Aufräum- und Neuverdrahtungsmodus. Synapsen werden gestrippt, andere verstärkt. Das kostet Nerven, Energie und gelegentlich euren Schlaf. Aber ohne diesen Umbau gäbe es später kein stabiles, flexibles Erwachsenenhirn — nur ein dauerhaft verwirrtes Junghund-Hybrid.
Kurz, hilfreich und mit einem Augenzwinkern: Was ihr jetzt tun könnt
- Humor behalten. Lachen beruhigt mehr als ihr denkt (und verhindert, dass ihr dem Sofa den Hals umdreht).
- Konsequenz statt Drama. Regeln beibehalten, nicht jedes Chaos mit Emotionen befeuern. Ritualisieren statt diskutieren.
- Belohnung neu denken. Dopamin liebt Überraschungen — variiert Leckerli, Spiele und Lob.
- Stress senken. Kurze Pausen, klare Signale, kleine Erfolgserlebnisse. Weniger „Jetzt sofort!“, mehr „Prima, das war gut.“
- Geduld üben. Ihr seid nicht im Endgegner-Training, sondern in einem Langstrecken-Ratgeber für Herz, Hirn und Sofa.
Zusammengefasst: Euer Hund ist kein kleiner Intrigant — er ist ein hormonelles, neuronales Großprojekt auf zwei, vier oder zwölf Pfoten. Und ja, er macht Fehler. Er testet nicht, um euch zu ärgern — er probiert, lernt, scheitert und versucht es wieder. Mit Liebe, klaren Regeln und einer Prise Humor übersteht ihr diese Zeit — und irgendwann erzählt ihr lachend im Garten, wie euer einstiges Pubertier die Nachbarschaft regierte.
Erste und zweite Pubertät – hurra, gleich zweimal Spaß!
Na, ihr dachtet, einmal Pubertät reicht? Schön wär’s. Hunde haben beschlossen: Doppelt hält besser.
Runde 1: Der kleine Hormontornado (ab ca. 6. Monat)
Willkommen im Vorzimmer des Wahnsinns. Bis gestern war euer Hund noch das unschuldige Fellknäuel, das euch mit großen Augen anhimmelte. Heute ist er plötzlich wie ein Teenager, der sich heimlich Energy Drinks in die Trinkflasche kippt.
- Hündinnen: Werden über Nacht zur Diva. Sie laufen auf einmal so, als hätten sie einen imaginären Laufsteg unter den Pfoten. „Schau mich an, ich bin jetzt Frau!“ Gleichzeitig kreisen die Hormone wie ein schlecht eingestelltes Karussell auf dem Rummelplatz.
- Rüden: Entdecken, dass das Beinheben mehr ist als nur eine Toilettenroutine – es ist ein Statement. „Seht her, Welt, ich bin jetzt ein Kerl!“ Blöd nur, dass die Koordination noch nicht mitspielt und das Ganze manchmal eher wie Yoga in der Endstufe aussieht.
Runde 2: Das große Finale (rund um den 1. Geburtstag)
Falls ihr dachtet, ihr hättet das Schlimmste hinter euch – willkommen zur Zugabe!
Die zweite Pubertät ist wie ein Best-of-Album der ersten, nur mit mehr Bass, mehr Drama und deutlich mehr Muskelkraft.
- Jetzt wird gecheckt, wer hier wirklich das Sagen hat.
- „Was meinst du, Herrchen? Sitz? Lustig, ich dachte, du sagst Sprint.“
- „Postbote? Endgegner! Den muss ich beeindrucken, sonst nimmt mich die Nachbars-Hündin nie ernst!“
Das Ergebnis:
- Aus „Oh, wie süß, er hat Schuhe geklaut“ wird „Oh verdammt, er hat das Sofa geschreddert.“
- Aus „Haha, guck mal, wie tapsig er ist“ wird „Zieh schon mal die Handschuhe an, wir brauchen einen Ringer-Richter.“
Und das Beste daran: Ihr müsst da durch. Mit Humor, Geduld und der festen Überzeugung, dass es irgendwann besser wird (Spoiler: Ja, meistens schon. Irgendwann. Vielleicht. Mit viel Kaffee.)
Wachstum, Hormone & Futter – die geheime Mischung
Stellt euch euren Hund in der Pubertät wie ein Bauprojekt vor, das von zu vielen Subunternehmern gleichzeitig betreut wird.
- Die Knochenfirma ruft: „Wir brauchen dringend mehr Länge in den Beinen!“
- Die Muskeltruppe kontert: „Warte, wir sind noch beim Oberarm dran, chill mal!“
- Die Gelenk-Abteilung stöhnt: „Wir hängen komplett hinterher, verdammt!“
- Und die Hormone? Die feiern derweil eine Polonaise durchs Baugerüst und kippen Energydrinks in die Bauarbeiter.
Das Ergebnis: ein Hund, der gleichzeitig aussieht wie ein Hochleistungsathlet, ein Bambi auf Rollschuhen und ein unausgeschlafener Teenager.
Wachstumsfugen – die Tücken der Baustelle
Das Skelett wächst ja nicht brav gleichmäßig, sondern eher wie ein schlecht organisiertes Straßenbauamt: hier wird schon asphaltiert, da stehen noch Krater offen. Bedeutet: Während die Vorderläufe schon stabil wirken, knirscht es hinten noch gewaltig. Wachstumsschmerzen sind dann keine Seltenheit.
Manchmal liegt der Hund abends da, seufzt wie ein alter Opa und guckt euch an, als wolle er sagen: „Echt jetzt? Und das soll Spaß machen?“
Futter – warum weniger manchmal mehr ist
Jetzt kommt der große Fehler vieler Halter: „Mein Hund soll groß und stark werden, also bekommt er die Bodybuilder-Diät!“ – sprich: zu viel Protein, zu viele Kalorien. Klingt logisch, ist aber so sinnvoll wie einem 13-Jährigen drei Dosen Red Bull vor der Mathearbeit zu geben.
- Das Skelett wächst wie auf Speed,
- die Blutgefäße und Sehnen stolpern hinterher,
- und plötzlich steht ihr da mit einem Hund, der aussieht wie ein halbfertiger Wolkenkratzer – alles in die Höhe geschossen, aber ohne stabile Statik.
Die Folgen:
- Schonhaltung („Frauchen, ich mach heute Yoga light, nix Action.“)
- Frust, weil der Hund will, aber nicht kann.
- Und ihr steht daneben, googelt „Wachstumsschmerzen Hund“ und denkt euch: „Warum hat uns das keiner vorher gesagt?!“
Die goldene Regel:
Junghunde brauchen keine Fitnessstudio-Kantine, sondern eine durchdachte, ausgewogene Ernährung. Lieber etwas schlanker, dafür gesünder wachsen lassen. Denn glaubt mir: Mit einem pubertierenden Hund habt ihr auch so schon genug Baustellen. Da müsst ihr nicht noch den Orthopäden im Dauerabo buchen.
Was tun, wenn der Hund auf Durchzug stellt?
Willkommen in der schönsten Hölle der Hundepubertät: Der akustische Blackout.
Ihr ruft „Sitz!“ – klar, deutlich, so wie es die Hundeschule euch beigebracht hat. Und was macht euer vierbeiniger Teenager? Er guckt in den Himmel, betrachtet eine imaginäre Wolke, gähnt herzhaft und tut so, als hätte er noch nie in seinem Leben diesen Laut gehört.
Es ist, als würdet ihr versuchen, einem pubertierenden 14-Jährigen zu erklären, warum Mathe wichtig ist.
Antwort: „Hä?“
Gesichtsausdruck: Leere Festplatte.
Innere Haltung: „Jaja, laber du mal, ich mach mein Ding.“
Und genau so sieht’s beim Hund aus:
- „Sitz“ = klingt plötzlich wie Sanskrit.
- „Platz“ = könnte auch ein exotisches Tanzkommando sein.
- „Hier“ = vielleicht eine neue Netflix-Serie?
- „Aus“ = bestenfalls optional, schlimmstenfalls völlig überflüssig.
Warum ist das so?
Ganz einfach: Euer Hund hat gerade ein Kabelproblem im Gehirn.
Die Leitung, die gestern noch zuverlässig „Komm her = Leckerli“ übersetzt hat, ist heute wegen Bauarbeiten gesperrt. Stattdessen leuchtet da nur ein blinkendes „404 – Kommando not found“.
Stellt euch vor, ihr ruft ihn – und euer Hund empfängt das Signal, aber es wird unterwegs durch den „Pubertäts-Filter“ geschickt. Das Ergebnis, frei übersetzt:
- „Hier!“ → „Spannende Idee, aber ich bin gerade beschäftigt.“
- „Sitz!“ → „Hm, sagt mir nichts, muss neu installiert werden.“
- „Aus!“ → „Hahaha, süß, dass du denkst, ich hör zu.“
Was tun? Die Überlebensstrategie
- Humor behalten.
Wenn ihr euch jedes Mal aufregt, wenn euer Hund „auf taub stellt“, kriegt ihr schneller graue Haare, als er Fell verliert. Nehmt es mit Humor – stellt euch vor, er hätte gerade seine AirPods drin und hört lautstark Techno, während ihr versucht, einen ernsten Vortrag zu halten. - Konsequenz zeigen.
Konsequenz heißt nicht: 200 Befehle pro Minute runterrattern. Konsequenz heißt: Wenn ein Kommando kommt, dann bleibt ihr dabei – ruhig, klar, geduldig. Kein Drama, kein Theater, sondern: „Ich hab Zeit, mein Freund. Wir sitzen das aus.“ - Nicht den Drillsergeant geben.
Wer in der Pubertät mit Drill reagiert, kriegt Trotz zurück. Wenn ihr „Sitz! Sitz! SITZ! SITZEN!!!“ schreit, schaut euer Hund euch nur an wie ein Teenie, der sich denkt: „Beruhig dich, Alter, du blamierst dich nur.“ - Abwechslung einbauen.
Immer dieselben Kommandos? Langweilig! Für euren Hund klingt das wie ein Lehrer, der 45 Minuten nur „Subtraktion“ nuschelt. Baut kleine Spiele ein, belohnt, überrascht. Pubertiere stehen auf Action, nicht auf Monotonie. - Bestechung ist erlaubt.
Ja, ihr habt richtig gelesen. Kekse, Spielzeug, ein ausgelassenes Lob – alles, was die Motivation antriggert, ist Gold wert. Nennt es nicht Bestechung, nennt es „kreative Pädagogik“.
Die Wahrheit hinter dem Durchzug
Euer Hund will euch nicht ärgern, er ist kein kleiner Fell-Machiavelli mit Masterplan. Er ist einfach überfordert. Sein Gehirn arbeitet auf Baustellenmodus, Hormone schmeißen Konfetti durch die Synapsen, und mittendrin soll er bitte noch „Sitz“ und „Platz“ sortieren? Viel Glück!
Das Beste daran: Manchmal guckt er selbst so, als wüsste er nicht, warum er euch gerade ignoriert. Diese Momente sind Gold – dieser Blick sagt: „Eigentlich mag ich dich, aber mein Kopf sagt gerade, ich soll diesem Grashalm meine ungeteilte Aufmerksamkeit schenken.“
Durchhalten – es lohnt sich
Ihr sitzt manchmal auf dem Sofa, die Beine vom ständigen Ducken vor umfallenden Kaffeebechern wund, die Haare voller Gras- und Leckerli-Fusseln, und denkt euch: „Warum habe ich mir das angetan?“
Ja, wir wissen genau, wie es sich anfühlt. Die Pubertät beim Hund kann sich anfühlen wie:
- Ein Teenager, der nachts heimkommt, die Küche verwüstet und sagt: „War nur ein kleiner Snack.“
- Ein Tornado auf vier Pfoten, der eure Schuhe verschleppt, das Sofa testet und zwischendurch so guckt, als hättet ihr gerade „Mars ist Land“ gesagt.
- Ein selbstfahrender Bagger im Wohnzimmer, der partout nicht auf eure Kommandos hören will.
Aber – und das ist das Wichtige – es geht vorbei.
Der schlaksige, überdrehte, hormongetriebene Vierbeiner wird mit der Zeit…
- ruhiger,
- souveräner,
- und glaubt es oder nicht: auch ziemlich klug.
Er lernt, dass „Komm“ nicht nur ein netter Vorschlag ist, dass „Sitz“ tatsächlich Vorteile hat, und dass es manchmal lohnt, euch zuzuhören, bevor er seinen eigenen Tornado loslässt.
Was ihr dafür tun müsst
- Dranbleiben:
Wie bei einem Langstrecken-Marathon mit Hindernissen, nur dass euer Gegner vier Pfoten, ein flauschiges Fell und gelegentlich eine eigene Meinung hat. Konsequenz zahlt sich aus. Immer. - Humor behalten:
Ja, es ist anstrengend. Ja, er zerstört vielleicht den dritten Schuh in dieser Woche. Aber ein Lachen hilft mehr als tausend Ratschläge von Freunden, die noch nie einen Pubertier-Hund hatten. - Liebevoll bleiben:
Ihr habt ihn bewusst gewählt, ihr habt euch verpflichtet. Das heißt nicht, dass ihr jeden Unsinn tolerieren müsst – aber ihr dürft euch erinnern, dass hinter diesem Chaos ein Hund steckt, der euch bedingungslos liebt.
Ein kleiner Vergleich gefällig?
- Pubertier-Hund: Chaos, Drama, Improvisation, pure Energie, gelegentlich völlig unberechenbar.
- Erwachsener Hund: Stolz, souverän, klar in seinen Entscheidungen, verlässlich wie ein Schweizer Uhrwerk… nur noch ein bisschen flauschiger als ein Banker.
Oder noch anders gesagt: Wie in der Ehe.
- In guten wie in schlechten Zeiten.
- Aber Vorteil Hund: Er hält euch nie vor, dass ihr die Spülmaschine schon wieder falsch eingeräumt habt, er verhandelt nicht über den Urlaubsort und fragt nie, warum ihr schon wieder den 17. Kissenbezug des Monats gekauft habt.
Die Belohnung
Wenn ihr durchhaltet, werdet ihr belohnt:
- Mit einem Hund, der mit euch durch dick und dünn geht, ohne Drama und Teenie-Allüren.
- Mit Kuschelstunden, bei denen er freiwillig auf eurem Schoß liegt, ohne zu klettern wie ein kleiner Ninja.
- Und mit diesem unbezahlbaren Blick, der sagt: „Danke, dass du dran geblieben bist – ich bin jetzt ich, und ich liebe dich dafür.“
Kurz gesagt: Durchhalten lohnt sich. Humor, Geduld und Liebe sind die Werkzeuge, die euch aus dem Pubertätschaos heraustragen – und ja, manchmal hilft auch ein guter Kaffee oder ein Glas Wein.
👉Pubertät beim Hund – Chaos mit Happy End
Stellt euch die Pubertät eures Hundes wie einen Achterbahnritt vor. Es geht rauf, es geht runter, es gibt Loopings, unerwartete Wendungen und zwischendurch denkt ihr: „Werde ich jemals wieder festen Boden unter den Füßen haben?“
Aber – und das ist das große Aber – es ist keine Katastrophe. Nein, euer Hund ist kein heimlicher Bösewicht, der sich verschworen hat, euch in den Wahnsinn zu treiben. Er ist einfach ein junger Vierbeiner, dessen Gehirn, Hormone und Muskeln gerade eine Großbaustelle betreiben, während ihr versucht, nicht in alle Krater zu fallen.
Mit Liebe, Geduld, Konsequenz und einer gehörigen Portion Humor übersteht ihr diese Sturm-und-Drang-Zeit.
- Liebe bedeutet: dranbleiben, auch wenn der kleine Chaot gerade eure Lieblingsschuhe zum Frühstück serviert hat.
- Geduld bedeutet: tief durchatmen, wenn er zum fünften Mal in fünf Minuten das gleiche Chaos veranstaltet.
- Konsequenz bedeutet: klare Regeln, die ihr durchzieht, auch wenn er gerade die weltbeste Mimik für „Ich höre gar nicht zu!“ aufs Parkett legt.
- Humor bedeutet: laut lachen, wenn er auf dem Sofa sitzt, als wäre er ein 50-Kilo-Kätzchen, das euch anschaut, als hättet ihr gerade das Sofa persönlich beleidigt.
Denn glaubt mir: alles, was jetzt turbulent ist, zahlt sich später aus.
Nach dieser Zeit habt ihr:
- Einen Hund, der souverän durchs Leben läuft, ohne jeden Grashalm als persönlichen Endgegner zu sehen.
- Einen Partner, der euch bedingungslos vertraut und eure Regeln akzeptiert, ohne dass ihr ein Drillsergeant sein müsst.
- Und eine unerschütterliche Bindung, die euch beide ein Leben lang begleiten wird.
Und das Schönste? Wenn ihr zurückblickt, werdet ihr grinsen. Wirklich grinsen.
- „Weißt du noch damals, als er uns fast in den Wahnsinn getrieben hat?“
- „Ach ja… war doch eigentlich ganz süß.“
Denn hinter all den Haaren, kaputten Schuhen und nächtlichen Durchzug-Momenten steckt: ein erwachsener Hund, der all das Chaos in Liebe und Treue verwandelt hat.
Die Pubertät ist kein Feind, sondern ein Lehrmeister – ein bisschen wie ein verrückter Onkel auf Familienfeiern: laut, chaotisch, manchmal nervig, aber am Ende lernt man eine Menge und hat Geschichten fürs Leben.
© Dirk & Manuela Schäfer. Alle Inhalte, Texte, Bilder und Beiträge auf dieser Website sind urheberrechtlich geschützt. Eine Kopie, kommerzielle Nutzung oder anderweitige Weiterverbreitung, auch auszugsweise, ist ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung untersagt.






